Volksbank-Raiffeisenbank zieht positive Bilanz für 2018

Dingolfing, 08.06.2019

Die Vorstände Michael Beham und Josef Wenninger präsentierten die Zahlen für 2018.

Am Donnerstag fand in der Stadthalle die 37. ordentliche Vertreter-versammlung der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG statt. Vorstandsvorsitzender Michael Beham und Vorstand Josef Wenninger legten den Anwesenden ausführlich den Jahresabschluss für 2018 und den Lagebericht vor.

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Christoph Urban hieß alle Mitgliedervertreter und Gäste herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt unter anderem dem dritten Bürgermeister der Stadt Dingolfing Michael Rieger, sowie dem stellvertretenden Landrat Herrn Werner Bumeder. Er brachte seine Freude über den zahlreichen Besuch zum Ausdruck und begrüßte Mandatsträger aus Wirtschaft und Politik, der Verbundunternehmen sowie die Vertreter der benachbarten und befreundeten Genossenschaftsbanken und die Mitgliedervertreter der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG.

Dr. Christoph Urban eröffnete die Vertreterversammlung und bat den Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Michael Beham, den Bericht über das Geschäftsjahr 2018 offen zu legen. Vorstandsvorsitzender Beham dankte zu Beginn seiner Ausführungen den Vertretern für Ihren Besuch, Ihre Verbundenheit, Treue und Ihre Bereitschaft dieses Amt auszuüben. Dann ging er auf die aktuelle wirtschaftliche Lage ein.

Das politische und regulatorische Umfeld für Regionalbanken blieb auch im Jahr 2018 herausfordernd. Zu Jahresbeginn trat die EU-Finanzmarktrichtlinie MiFID II in Kraft. Sie markiert eine Zeitenwende in der Anlageberatung. Der Umfang der Dokumente, die Kunden im Rahmen der Geldanlage erhalten, hat nochmals zugenommen. Es müssen auch Telefongespräche mit Kunden, die Wertpapiere ordern, seither aufgezeichnet werden. Banken, die als Allfinanzdienstleister ihren Kunden auch Versicherungen anbieten, mussten zusätzlich zum Inkrafttreten der MiFID II eine neue EU-Richtlinie für den Versicherungsvertrieb (IDD) umsetzen. Dies machte Anpassungen in den Beratungsprozessen sowie bei der Weiterqualifizierung der Berater erforderlich.

In Brüssel wurde 2018 weiter über eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherungssysteme in Europa diskutiert. Die Ersparnisse bei Volksbanken und Raiffeisenbanken sind durch die genossenschaftliche Institutssicherung weit über das gesetzlich geforderte Schutzniveau hinaus abgesichert. Seit ihrer Gründung in den 1930er Jahren schützt diese erfolgreich die Einlagen der Kunden und gewährleistet den Fortbestand der angeschlossenen Institute. Weil Bankguthaben anderswo in Europa weniger gut abgesichert sind und Kreditinstitute dort höhere Risiken eingegangen sind, sollen die Sicherungssysteme zusammengelegt werden. Das Schutzniveau deutscher Bankkunden würde dadurch allerdings sinken. Wenn überhöhte Risiken einzelner Bankensektoren auf die europäische Gemeinschaft abgewälzt werden können, schwinden die Anreize für eine solide Wirtschafts- und Finanzpolitik, die solche Risiken vorbeugt. Deshalb haben sich die Volksbanken und Raiffeisenbanken auch 2018 nachdrücklich gegen eine Vergemeinschaftung der Einlagensicherung eingesetzt. Dies hat dazu geführt, dass in Brüssel nach dreijährigen Verhandlungen noch keine gesetzgeberischen Schritte in diese Richtung unternommen wurden. Trotz dieses Zwischenerfolgs muss das Werben für den Erhalt der bewährten Schutzmechanismen 2019 fortgesetzt werden.

Insbesondere spricht gegen eine Vergemeinschaftung von Bankrisiken in Europa, dass der Abbau von überhöhten Risiken in einigen Euroländern nur langsam vorankommt. In Italien und Spanien beispielsweise halten Banken hohe Bestände an heimischen Staatsanleihen. Seit 2013 hat der Anteil der Staatsfinanzierung am gesamten Forderungsbestand der dortigen Institute nochmals stark zugenommen. Zum Problem wird das, wenn Staaten hochverschuldet sind und die Wirtschaft schwächelt. Dann geraten Finanzinstitute in Schwierigkeiten. Dennoch verliefen die auf internationaler Ebene geführten Diskussionen um eine Kapitalunterlegung von Staatsanleihen weiterhin zäh.

Nach mehrjähriger Diskussion konnte sich der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht nicht auf gemeinsame Regulierungsstandards einigen, sondern bildete in einem Arbeitspapier lediglich den aktuellen Diskussionsstand ab. Die bayerischen Volksbanken und Raiffeisenbanken sind sich bewusst, dass Anleihen europäischer Staaten mitunter nicht als risikofreie Anlage einzustufen sind. Deshalb plädieren sie für eine risikoadäquate Unterlegung mit Eigenkapital. Als Meilenstein auf dem Weg zu mehr Verhältnismäßigkeit in der Regulierung bewerten die bayerischen Kreditgenossenschaften die 2018

gefundene Einigung der europäischen Gesetzgeber auf ein neues Bankenregelwerk (CRR/CRD). Mit der Überarbeitung der Bankenregulierung im Nachgang der Finanzkrise wurden die regulatorischen Anforderungen für Kreditinstitute erheblich verschärft, so Vorstandsvorsitzender Michael Beham. Dabei wurde nur unzureichend zwischen kleinen, regional ausgerichteten Kreditinstituten und international tätigen Großbanken unterschieden.

Regionalbanken sehen sich deshalb mit bürokratischen Auflagen konfrontiert, die kaum einen Mehrwert für die Finanzstabilität stiften. Aufgrund der immer größer werdenden Anforderungen hat der Aufsichtsrat der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG die beiden Vorstände ermächtigt, Sondierungsgespräche mit der Volksbank Straubing eG zu führen. Das Ziel der Sondierungsgespräche ist eine partnerschaftliche Fusion der beiden Banken.

Die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG blickt, trotz der vielen Herausforderungen, auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2018 zurück und hat sich eine gute Ausgangsposition geschaffen, um strategisch wichtige Geschäftssparten nachhaltig zu fördern und die heimische Wirtschaft zu stärken. Insgesamt befand sich die Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr auf einem soliden Kurs. „Wir haben unseren satzungsgemäßen Auftrag - die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder - stets ernst genommen und erfüllt. Die Erfolgsrechnung nahm im Geschäftsjahr wieder eine positive Entwicklung. Das Betriebsergebnis erlaubt es, ausreichend bemessene Mittel für die Risikovorsorge bereitzustellen, erforderliche Abschreibungen vorzunehmen, die Rücklagen weiter aufzustocken und eine angemessene Dividende an unsere Mitglieder auszuschütten“, erklärte Vorstand Josef Wenninger. Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr von 435 Mio. EURO auf 456 Mio. EURO. Im Berichtsjahr war die Zahlungsbereitschaft der Bank jederzeit gewährleistet. Die liquiden Mittel (Barreserve, Bankguthaben und Wertpapiere) betrugen am Jahresende 177 Mio. EURO. Die täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind durch flüssige Mittel mit 82 % gedeckt. Die vom Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen aufgestellten Grundsätze nach § 10 und § 11 des Kreditwesengesetzes, sowie die Europäische CRR-Verordnung (Capital Requirements Regulation) bezüglich Eigenkapital und Liquidität wurden im Geschäftsjahr stets eingehalten. Als vorgeschriebene Mindestreserve habe die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG im Jahresdurchschnitt rund 2,8 Millionen EURO bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Die eigenen Wertpapieranlagen verzeichneten insgesamt einen Anteil von 22 % an der Bilanzsumme. Der Wertpapierbestand wurde nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Der Wertpapierbestand besteht überwiegend aus festverzinslichen und börsennotierten Werten. Das bilanzielle Kreditgeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr ausgebaut werden. Das betreute Kundenkreditvolumen blieb im Aufwärtstrend und ist auf 308 Mio. EURO (Vorjahr 297 Mio. EURO) angewachsen. „Mit gutem Erfolg haben auch wir damit wieder für die optimale Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft gesorgt und unsere individuelle, auf bestmögliche Finanzierung ausgerichtete Beratung unter Beweis gestellt. Wir stehen hinter dem Mittelstand als ortsansässiger Partner“, betonte Vorstand Josef Wenninger. Das Geschäftsjahr führte zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Für Risiken im Kredit- und Wertpapiergeschäft wurde ausreichend Vorsorge getroffen, um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Risikostruktur unserer Kredite ist im Berichtsjahr gut. Nach Vornahme der zulässigen Abschreibungen und Bildung der erforderlichen Wertberichtigungen verbleibt ein Jahresüberschuss von 488.271,21 EURO.  Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages sowie einer Vorwegzuweisung zu den Ergebnisrücklagen in Höhe von 160.000 EURO wurde ein Bilanzgewinn von 331.016,07 EURO erzielt. Daraus soll an unsere Mitglieder eine Dividende von 3,0 % ausgeschüttet werden, erläuterte der Vorstand Josef Wenninger.

Anschließend erstattete Dr. Christoph Urban den Bericht des Aufsichtsrates. Er bestätigte die Ordnungsmäßigkeit des Rechnungswerkes sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen wurden vom Genossenschaftsverband Bayern durchgeführt und der Bestätigungsvermerk auf dem Jahresabschluss uneingeschränkt erteilt. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung getragen. Für die erfolgreiche Arbeit in 2018 sprach er dem Vorstand und der gesamten Belegschaft Dank und Anerkennung aus.  Ebenso übernahm Herr Dr. Urban den Bericht über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung und Erklärung des Aufsichtsrates hierzu sowie die Beschlussfassung über den Umfang der Bekanntgabe des Prüfungsberichts. Er bestätigte außerdem, dass der Aufsichtsrat den Vorstand beauftragt hatte, Sondierungsgespräche über eine mögliche Verschmelzung mit der Volksbank Straubing eG zu führen.

Die Abwicklung der Tagesordnungspunkte und Feststellung des Jahresabschlusses 2018, Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates und Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses übernahm Direktor Michael Beham. Da Vorstand und Aufsichtsrat ihren Aufgaben nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung ordnungsgemäß nachgekommen waren, wurden beide einstimmig entlastet. In diesem Jahr schied Herr Dr. Christoph Urban als Aufsichtsrat turnusgemäß aus. Er gehört seit Jahren diesem Gremium an und stellte sich zur Wiederwahl. Der Vorstand schätzt die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Christoph Urban sehr und schlug der Versammlung die Wiederwahl vor, er wurde ohne Gegenstimmen wiedergewählt.

Anschließend sprachen der dritte Bürgermeister der Stadt Dingolfing, Michael Rieger und der stellvertretende Landrat Werner Bumeder ein Grußwort.

Im letzten Tagesordnungspunkt dankte Aufsichtsrat Dr. Christoph Urban für das große Vertrauen und die Treue der Mitglieder sowie der Kunden und Geschäftsfreunde, die das Dienstleistungsangebot der Bank sehr rege genutzt haben. Diese sehe er als Grundlage des Erfolgs der Bank.