35. ordentliche Vertreterversammlung der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG

Dingolfing, 24.05.2017

Die Vorstandschaft zusammen mit dem Aufsichtsrat.

Mitte Mai fand in der Stadthalle die 35. ordentliche Vertreterversammlung der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG statt. Die Direktoren Michael Beham und Josef Wenninger legten den Anwesenden einen ausführlichen Geschäftsbericht, den Jahresabschluss für 2016 und den Lagebericht vor.

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Christoph Urban hieß alle Mitgliedervertreter und Gäste herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt unter anderem dem zweiten Bürgermeister Franz Bubenhofer sowie dem Landrat, Herrn Heinrich Trapp. Er brachte seine Freude über den zahlreichen Besuch zum Ausdruck und begrüßte Mandatsträger aus Wirtschaft und Politik, der Verbundunternehmen sowie die Vertreter der benachbarten und befreundeten Genossenschaftsbanken.

Dr. Christoph Urban eröffnete die Vertreterversammlung und bat den Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Direktor Michael Beham, den Bericht über das Geschäftsjahr 2016 offen zu legen. Direktor Beham dankte zu Beginn seiner Ausführungen den Vertretern für Ihren Besuch, ihre Verbundenheit, Treue und Ihre Bereitschaft dieses Amt auszuüben. Dann betonte er, dass sich der Wandel der rechtlichen Rahmenbedingungen für das Bankgeschäft auch im Jahr 2016 fortsetzte. Er legte jedoch das Hauptaugenmerk in der diesjährigen Vertreterversammlung auf die Ereignisse auf den Finanzmärkten. Die Finanzmärkte standen 2016 unter dem Einfluss der anhaltend expansiven Geldpolitik sowie zunehmender politischer Unsicherheit. Dementsprechend müssen nicht nur die Geschäftsbanken, sondern auch wir Regionalinstitute seit geraumer Zeit für die Anlage überschüssiger Liquidität bei der Zentralbank eine noch höhere Gebühr leisten. „Dies bedeutet für uns als Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG, dass wir sogar bei einer Nullverzinsung für den Anleger, egal ob auf dem Girokonto, Tagegeld oder Festgeld draufzahlen. Bei uns ist es aktuell noch so, dass nur sehr wenige Großanleger von Negativzinsen betroffen sind, jedoch gibt es bereits eine Reihe von Banken, die auf Guthaben von Privatanlegern ab 100.000 Euro eine Verwahrgebühr verlangen. So hoffen nicht nur Sie, liebe Anleger und Kunden, sondern auch wir, dass dieses Zinstief zumindest ein wenig verlassen wird und wir auf einen kleinen Zinsanstieg hoffen dürfen“, betonte Michael Beham.

Auf dem Europäischen Geldmarkt sank infolge der EZB-Entscheidungen der 3-Monats-Euribor von rund -0,10 Prozent zu Jahresbeginn um weitere 20 Basispunkte. An den Rentenmärkten sorgten die EZB-Kaufprogramme in der ersten Jahreshälfte 2016 für Kursgewinne und spiegelbildlich für fallende Renditen. Im zweiten Halbjahr folgte allerdings eine Kehrtwende: Nach der US-Präsidentschaftswahl im November zogen die Renditen auf beiden Seiten des Atlantiks in Erwartung einer expansiven US-Fiskalpolitik und damit steigender Staatsverschuldung deutlich an. Zuvor hatten bereits Spekulationen über ein bevorstehendes Ende der aktuellen EZB-Politik die Renditen steigen lassen, was allerdings reine Spekulation blieb. Die Aktienmärkte mussten zu Jahresbeginn 2016 einen Rückschlag hinnehmen. Jedoch erholten sich die Kurse im weiteren Jahresverlauf.

„Sie sehen es ist und bleibt spannend auf dem globalen Finanzmarkt, dem auch wir als Bank und Sie als Kunde machtlos ausgeliefert sind. Ich kann Ihnen nur versprechen, dass wir als Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG alles daransetzen werden, Sie bestmöglich zu beraten und gemeinsam durch dieses Zinstief zu begleiten. Hochwertige Beratung und Kundennähe – das sind die traditionellen Stärken der Volksbanken und Raiffeisenbanken. Sie finden in unseren Geschäftsstellen fachlich qualifizierte Mitarbeiter rund um das Thema Bankgeschäft. Da sich das Verhalten und die Erwartungen der Bankkunden durch die Digitalisierung jedoch ändern, ändern sich auch die Anforderungen an uns: Wir setzen weiterhin auf unsere Stärken und investieren gleichzeitig in den Ausbau und die Vernetzung des digitalen Angebots. Unsere Kunden können Bankgeschäfte dadurch künftig noch schneller, einfacher und bequemer abwickeln. Den Zugangsweg zu ihrer Hausbank – über Computer, Tablet, Telefon oder klassisch über die Filiale – bestimmen sie selbst.

Für die Leistungen heißt das konkret: Weitere Produkte und Angebote können online abgeschlossen werden. Neben vielen Verbundprodukten, die bereits jetzt online abschließbar sind, können Kunden künftig digital immer mehr erledigen, zum Beispiel Adressänderung, Kontoeröffnung oder den Antrag auf einen Anschaffungskredit. Der elektronische Kontoauszug und das elektronische Postfach ermöglichen bereits jetzt eine sichere Kommunikation mit dem Berater. Der Vorteil dieser Angebote: Sie sparen Zeit, können rund um die Uhr genutzt werden und bringen damit einen echten Kundennutzen. Der Funktionsumfang und die Sicherheitsmerkmale der „VR-BankingApp“ wurden in der Vergangenheit laufend erweitert. Die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG setzt in punkto Beratung und Betreuung nicht nur auf persönliche Nähe vor Ort in der Bankfiliale, sondern ermöglicht alle Varianten des modernen Online- und Mobilebankings und ist dadurch auch rund um die Uhr für Sie da. Nehmen Sie unsere Angebote an – erkundigen Sie sich bei Ihrem Berater nach allen Möglichkeiten, die wir dann individuell auf sie zuschneiden,“ schloss Vorstandsvorsitzender Michael Beham seinen Teil ab und übergab das Wort an seinen Vorstandskollegen Josef Wenninger.

Die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2016 zurück und hat sich eine gute Ausgangsposition geschaffen, um strategisch wichtige Geschäftssparten nachhaltig zu fördern und die heimische Wirtschaft zu stärken. Insgesamt befand sich unsere Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr auf einem soliden Kurs. „Wir haben unseren satzungsgemäßen Auftrag - die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder - stets ernst genommen und erfüllt. Die Erfolgsrechnung nahm im Geschäftsjahr wieder eine positive Entwicklung. Das Betriebsergebnis erlaubt es, ausreichend bemessene Mittel für die Risikovorsorge bereitzustellen, erforderliche Abschreibungen vorzunehmen, die Rücklagen weiter aufzustocken und eine angemessene Dividende an unsere Mitglieder auszuschütten“, erklärte Direktor Josef Wenninger.

Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr von 394 Mio. EURO auf 415 Mio. EURO. Im Berichtsjahr war die Zahlungsbereitschaft der Bank jederzeit gewährleistet. Die liquiden Mittel (Barreserve, Bankguthaben und Wertpapiere) betrugen am Jahresende 159 Mio. EURO. Die täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind durch unsere flüssigen Mittel mit 86 % gedeckt. Die vom Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen aufgestellten Grundsätze nach § 10 und § 11 des Kreditwesengesetzes, sowie die Europäische CRR-Verordnung (Capital Reqirements Regulation) bezüglich Eigenkapital und Liquidität wurden im Geschäftsjahr stets eingehalten. Als vorgeschriebene Mindestreserve haben wir im Jahresdurchschnitt rund 2,5 Millionen EURO bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Die eigenen Wertpapieranlagen verzeichneten insgesamt einen Anteil von 26,8% an der Bilanzsumme. Den Wertpapierbestand haben wir nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Der Wertpapierbestand besteht überwiegend aus festverzinslichen und börsennotierten Werten. Die Fälligkeiten sind ausgewogen gestaffelt; die erzielte Rendite unter Berücksichtigung der entsprechenden Kapitalmarktverhältnisse angemessen. Das bilanzielle Kreditgeschäft konnte gegenüber dem Vorjahr ausgebaut werden. Das betreute Kundenkreditvolumen blieb im Aufwärtstrend und ist auf 278 Mio. EURO (Vorjahr 266 Mio. EURO) angewachsen.

„Mit gutem Erfolg haben auch wir damit wieder für die optimale Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft gesorgt und unsere individuelle, auf bestmögliche Finanzierung ausgerichtete Beratung unter Beweis gestellt. Wir stehen hinter dem Mittelstand als ortsansässiger Partner“, betonte Vorstand Josef Wenninger. Das Geschäftsjahr führte zu einem zufriedenstellenden Ergebnis. Wie erwartet verringerte sich der Zinsüberschuss um 520 TEURO auf 8 Mio. EURO. Im Provisionsertrag war ein leichter Rückgang um 89 TEURO auf 2,7 Mio. EURO zu verzeichnen und lag über dem Verbandsdurchschnitt. Die Personal- und Verwaltungsaufwendungen konnten mit konsequenter Bemühungen um Wirtschaftlichkeit, Rationalisierung und Sparmaßnahmen merklich verbessert werden. Diese beliefen sich auf insgesamt 6,9 Mio. EURO.  Nach unserer Ergebnisvorschaurechnung für 2017 wird sich die Ertragslage unter dem Niveau von 2016 bewegen. Für Risiken im Kredit- und Wertpapiergeschäft wurde ausreichend Vorsorge getroffen um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Risikostruktur unserer Kredite ist im Berichtsjahr gut. Nach Vornahme der zulässigen Abschreibungen und Bildung der erforderlichen Rückstellungen verbleibt ein Jahresüberschuss von 702.378,64 EURO.  Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages sowie einer Vorwegzuweisung zu den Ergebnisrücklagen in Höhe von 280.000 EURO erzielten wir einen Bilanzgewinn von 431.710,22 EURO. Daraus soll an unsere Mitglieder eine Dividende von 3,5 % ausgeschüttet werden, erläuterte der Vorstand Josef Wenninger.

Anschließend erstattete Dr. Christoph Urban den Bericht des Aufsichtsrates. Er bestätigte die Ordnungsmäßigkeit des Rechnungswerkes sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen wurden vom Genossenschaftsverband Bayern durchgeführt und der Bestätigungsvermerk auf dem Jahresabschluss uneingeschränkt erteilt. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung getragen. Für die erfolgreiche Arbeit in 2016 sprach er dem Vorstand und der gesamten Belegschaft Dank und Anerkennung aus.  Ebenso übernahm Herr Urban den Bericht über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung und Erklärung des Aufsichtsrates hierzu sowie die Beschlussfassung über den Umfang der Bekanntgabe des Prüfungsberichts.

Die Abwicklung der Tagesordnungspunkte und Feststellung des Jahresabschlusses 2016, Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates und Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses übernahm Direktor Michael Beham. Da Vorstand und Aufsichtsrat ihren Aufgaben nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung ordnungsgemäß nachgekommen waren, wurden beide einstimmig entlastet. In diesem Jahr scheidet Herr Ludwig Schwinghammer turnusgemäß aus. Herr Schwinghammer gehört seit Jahren diesem Gremium an und stellt sich zur Wiederwahl. Der Vorstand schätzt die Zusammenarbeit mit Herrn Schwinghammer sehr und schlug der Versammlung die Wiederwahl vor und wurde ohne Gegenstimmen wiedergewählt.

Im Anschluss sprachen der zweite Bürgermeister der Stadt Dingolfing und der Landrat ein Grußwort. Beide Redner gingen dabei in kompetenter Weise auf die Herausforderungen der Regionalbanken in der Zukunft ein. Zweiter Bürgermeister Franz Bubenhofer gratulierte der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG zu dem guten Ergebnis trotz der aktuell schwierigen Situation und betonte die wichtige Rolle der Bank in der heimischen Wirtschaft. Denn die Bank ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Arbeitgeber und Ausbilder. Auch das soziale Engagement der Bank würdigte Herr Bubenhofer in seiner Rede ganz besonders. Der Landrat Heinrich Trapp hob bei seinem Grußwort ebenfalls das gute Betriebsergebnis hervor. Er stellte ebenfalls heraus, dass die Bank seit Jahren ein verlässlicher Partner sei, der in der Region nicht mehr wegzudenken sei.

Im letzten Tagesordnungspunkt dankte Aufsichtsrat Dr. Christoph Urban für das große Vertrauen und die Treue der Mitglieder sowie der Kunden und Geschäftsfreunde, die das Dienstleistungsangebot der Bank sehr rege genutzt haben. In diesen sehe er die Grundlage des Erfolges.