34. ordentliche Vertreterversammlung der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG

Dingolfing, 12.05.2016

Die Vorstandschaft zusammen mit dem Aufsichtsrat.

Mitte Mai fand in der Stadthalle die 34. ordentliche Vertreter-versammlung der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG statt. Die Direktoren Michael Beham und Josef Wenninger legten den Anwesenden einen ausführlichen Geschäftsbericht, den Jahresabschluss für 2015 und den Lagebericht vor.

Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Christoph Urban hieß alle Mitgliedervertreter und Gäste herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt unter anderem dem Bürgermeister Josef Pellkofer sowie dem stellvertretenden Landrat, Herrn Werner Bumeder. Er brachte seine Freude über den zahlreichen Besuch zum Ausdruck und begrüßte Mandatsträger aus Wirtschaft und Politik, der Verbundunternehmen sowie die Vertreter der benachbarten und befreundeten Genossenschaftsbanken.

Dr. Christoph Urban eröffnete die Vertreterversammlung und bat den Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Direktor Michael Beham, den Bericht über das Geschäftsjahr 2015 offen zu legen. Direktor Beham dankte zu Beginn seiner Ausführungen den Vertretern für Ihren Besuch, ihre Verbundenheit, Treue und Ihre Bereitschaft dieses Amt auszuüben. Dann betonte er, dass sich der Wandel der rechtlichen Rahmenbedingungen für das Bankgeschäft auch im Jahr 2015 fortsetzte.  

Die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG steht, wie andere Regionalbanken, vor großen Herausforderungen. Nicht nur die Regulierungswut kostet viel Geld sondern auch die Niedrigzinsphase wird die künftige Ertragslage der Banken belasten. Weitere Herausforderungen bestehen durch die zunehmende Digitalisierung und das damit verändernde Verbraucherverhalten. Der Gesetzgeber hat in der Vergangenheit eine Reihe von regulatorischen Neuerungen auf den Weg gebracht, die einem einheitlichen Standard bei den europäischen Banken dienen sollen. Die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG kommt ihren Verpflichtungen nach und setzt diese konsequent um. Diese zusätzlichen Neuerungen  erfordern einen hohen Aufwand im Bereich der Sach- und Personalkosten. „Wir gehen davon aus, dass  die Niedrigzinsphase weiterhin anhalten wird. Die derzeitige Zinspolitik der EZB lässt es zumindest vermuten. Mit einer Erhöhung des Leitzinses ist nicht zu rechnen, zumal die  Staatsanleihenkäufe der EZB mindestens bis Herbst 2016 eine monetäre Flutung der Märkte bedeuten. Das heißt für uns, vor dem Hintergrund der bereits geschilderten Rahmenbedingungen, Einnahmen zu steigern und Kosten zu senken, um die Wirtschaftlichkeit weiterhin sicher zu stellen. Wir versprechen unseren Mitgliedern und Kunden, dass wir uns weiterhin als zuverlässiger Partner erweisen werden“, betonte Michael Beham.

„Deutliche Veränderungen bringt auch die zunehmende Digitalisierung mit sich. Viele unserer Kunden haben bereits ihre Bankgeschäfte auf die Onlinebank umgestellt und erledigen die Servicearbeiten bequem von zuhause aus.  Ebenso erfreuen sich die Zugriffe auf die VR Banking App enormen Zuspruch. Mittlerweile sind es rund 15.000 Zugriffe pro Monat, die nur über Smartphones und Tablets getätigt werden. Ein weiteres Angebot im Bereich des Onlinezahlungsverkehrs können wir unseren Kunden mit „paydirekt“ bieten, welches seit Ende 2015 auf den Markt gebracht wurde. Es handelt sich um ein sicheres, einfaches und direktes Bezahlen von Onlinekäufen im Internet. Ein großer Vorteil von „paydirekt“ liegt darin, dass ihre Daten nicht an ausländische Institute wie bei „paypal“ übermittelt werden. Wir wissen jedoch sehr wohl, dass Technik keine Bankberatung ersetzen kann, selbst wenn bereits die Videoberatung im Anmarsch ist. Unsere Kunden jeglicher Altersschicht haben gerade bei komplexen Themen wie dem Anlage- oder Vorsorgegeschäft, sowie Finanzierungsanfragen einen sehr hohen Qualitätsanspruch und legen auf eine persönliche Beratung unverändert größten Wert. Die Herausforderung der Zukunft sehen wir darin, die digitalen Vertriebswege entsprechend der Kundenbedarfe auszubauen und mit dem stationären Vertriebsweg optimal zu verzahnen. Die unmittelbare Nähe sowie die vertrauensvolle und faire Beratung gehören nach wie vor zum Wesenskern der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG“, so Vorstandsvorsitzenden Michael Beham.

Um der veränderten Nachfrage nach persönlichen Serviceangeboten gerecht zu werden, hat die Volksbank-Raiffeisenbank die letzten Monate darauf verwendet, ein Konzept zu entwickeln, bei dem die Filialstruktur mit dem veränderten Kundenverhalten in Einklang gebracht werden kann. Die kleineren Filialen konnten zuletzt nur noch 5 – 10 Kundenbesuche pro Tag verzeichnen und dies ist seit längerer Zeit aus betriebswirtschaftlicher Sicht nicht mehr kostendeckend.  Aus diesem Grund hat der Vorstand gemeinsam mit dem Aufsichtsrat vor einigen Monaten beschlossen, das Filialnetz ab 1. April 2016 zu straffen und die Kleinstfilialen in die sehr nahe gelegenen Kompetenzzentren zu integrieren. Damit verbunden ist selbstverständlich, dass die Kunden weiterhin von den persönlichen Ansprechpartnern in Service und Beratung betreut werden. Trotz der erforderlichen strukturellen Veränderung bleibt die persönliche Nähe zu unseren Mitgliedern und Kunden ausgesprochen groß.

Die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2015 zurück und hat sich eine gute Ausgangsposition geschaffen, um strategisch wichtige Geschäftssparten nachhaltig zu fördern und die heimische Wirtschaft zu stärken. Insgesamt befand sich unsere Bank im abgelaufenen Geschäftsjahr auf einem soliden Kurs. „Wir haben unseren satzungsgemäßen Auftrag - die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder - stets ernst genommen und erfüllt. Die Erfolgsrechnung nahm im Geschäftsjahr wieder eine positive Entwicklung. Das Betriebsergebnis erlaubt es, ausreichend bemessene Mittel für die Risikovorsorge bereitzustellen, erforderliche Abschreibungen vorzunehmen, die Rücklagen weiter aufzustocken und eine angemessene Dividende an unsere Mitglieder auszuschütten“, erklärte Direktor Josef Wenninger.

Die Bilanzsumme stieg gegenüber dem Vorjahr von 389 Mio. EURO auf 394 Mio. EURO. Im Berichtsjahr war die Zahlungsbereitschaft unserer Bank jederzeit gewährleistet. Die liquiden Mittel (Barreserve, Bankguthaben und Wertpapiere) betrugen am Jahresende 155 Mio. EURO. Die täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind durch unsere flüssigen Mittel mit 89 % gedeckt. Die vom Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen aufgestellten Grundsätze nach § 10 und § 11 des Kreditwesengesetzes, sowie die europäische CRR-Verordnung (Capital Reqirements Regulation) bezüglich Eigenkapital und Liquidität wurden im Geschäftsjahr stets eingehalten. Als vorgeschriebene Mindestreserve hat die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG im Jahresdurchschnitt rund 2,4 Millionen EURO bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Die eigenen Wertpapieranlagen verzeichneten insgesamt einen Anteil von 27,1 % an der Bilanzsumme. Der Wertpapierbestand, überwiegend bestehend aus festverzinslichen und börsennotierten Werten, wurde nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet.  Das bilanzielle Kreditgeschäft konnte auf Vorjahresniveau gehalten werden. Das betreute Kundenkreditvolumen blieb im Aufwärtstrend und ist auf 266 Mio. EURO (Vorjahr 263 Mio. EURO) angewachsen.

„Mit gutem Erfolg haben auch wir damit wieder für die optimale Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft gesorgt und unsere individuelle, auf bestmögliche Finanzierung ausgerichtete Beratung unter Beweis gestellt. Wir stehen hinter dem Mittelstand als ortsansässiger Partner“, betonte Vorstand Josef Wenninger.

Wie erwartet, ist das Ergebnis gegenüber dem Vorjahr rückläufig. Der Zinsüberschuss verringerte sich um 155 TEURO auf 8,5 Mio. EURO. Die Provisionsspanne stieg um 372 TEURO auf 2,8 Mio. EURO und lag über dem Verbandsdurchschnitt. Die Personal- und Verwaltungsaufwendungen waren trotz konsequenter Bemühungen um Wirtschaftlichkeit, Rationalisierung, Sparmaßnahmen und angesichts der kostenintensiven Umsetzung zahlreicher Regulierungsvorgaben steigend. Diese beliefen sich auf insgesamt 8,4 Mio. EURO.  Nach unserer Ergebnisvorschaurechnung für 2016 wird sich die Ertragslage unter dem Niveau von 2015 bewegen. Für Risiken im Kredit- und Wertpapiergeschäft wurde ausreichend Vorsorge getroffen um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Risikostruktur unserer Kredite ist im Berichtsjahr gut. Nach Vornahme der zulässigen Abschreibungen und Bildung der erforderlichen Rückstellungen verbleibt ein Jahresüberschuss von  511.056,60 EURO.  Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages sowie einer Vorwegzuweisung zu den Ergebnisrücklagen in Höhe von 160.000,-- EURO erzielten wir einen Bilanzgewinn von 358.558,08 EURO. Daraus soll an unsere Mitglieder eine Dividende von 3,5 % ausgeschüttet werden, erläuterte der Vorstandsvorsitzende Michael Beham.

Anschließend erstattete Dr. Christoph Urban den Bericht des Aufsichtsrates. Er bestätigte die Ordnungsmäßigkeit des Rechnungswerkes sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen wurden vom Genossenschaftsverband Bayern durchgeführt und der Bestätigungsvermerk auf dem Jahresabschluss uneingeschränkt erteilt. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung getragen. Für die erfolgreiche Arbeit in 2015 sprach er dem Vorstand und der gesamten Belegschaft Dank und Anerkennung aus.  Ebenso übernahm Herr Urban den Bericht über das Ergebnis der gesetzlichen Prüfung und Erklärung des Aufsichtsrates hierzu sowie die Beschlussfassung über den Umfang der Bekanntgabe des Prüfungsberichts.

Die Abwicklung der Tagesordnungspunkte und Feststellung des Jahresabschlusses 2015, Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates und Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses übernahm Direktor Michael Beham. Da Vorstand und Aufsichtsrat ihren Aufgaben nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung ordnungsgemäß nachgekommen waren, wurden beide einstimmig entlastet. In der Satzung ist geregelt, dass jährlich 1/3 des Aufsichtsrates neu zu wählen ist. Nachdem jedoch kein Mitglied turnusgemäß ausscheidet, stellt sich unser Aufsichtsratsvorsitzender Herr Dr. Christoph Urban zur Wiederwahl. Herr Dr. Urban gehört seit Jahren diesem Gremium an und ist seit dem letzten Jahr dessen Vorsitzender. Der Vorstand schätzt die Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Urban sehr und schlug der Versammlung die Wiederwahl vor und wurde ohne Gegenstimmen wiedergewählt.

Im Anschluss sprachen der Bürgermeister der Stadt Dingolfing und der stellvertretende Landrat ein Grußwort. Beide Redner gingen dabei in kompetenter Weise auf die Herausforderungen der Regionalbanken in der Zukunft ein. Bürgermeister Josef Pellkofer gratulierte der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG zu dem guten Ergebnis trotz der aktuell schwierigen Situation und betonte die wichtige Rolle der Bank in der heimischen Wirtschaft. Denn die Bank ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Arbeitgeber und Ausbilder. Auch das soziale Engagement der Bank würdigte Herr Pellkofer in seiner Rede ganz besonders. Der stellvertretende Landrat Werner Bumeder hob bei seinem Grußwort ebenfalls das gute Betriebsergebnis hervor. Er stellte ebenfalls heraus, dass die Bank seit Jahren ein verlässlicher Partner sei, der in der Region nicht mehr wegzudenken sei.

Im letzten Tagesordnungspunkt dankte Aufsichtsrat Dr. Christoph Urban für das große Vertrauen und die Treue der Mitglieder sowie der Kunden und Geschäftsfreunde, die das Dienstleistungsangebot der Bank sehr rege genutzt haben. In diesen sehe er die Grundlage des Erfolges.