Vertreterversammlung

Dingolfing, 12.06.2015

Die Vorstände Michael Beham und Josef Wenninger mit Regionaldirektor Franz Penker und Familie Lehnrieder

Mitte Juni fand in der Stadthalle die 33. ordentliche Vertreter-versammlung der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG statt. Direktor Michael Beham legte den Anwesenden einen ausführlichen Geschäftsbericht, den Jahresabschluss für 2014 und den Lagebericht vor.

Aufsichtsratsvorsitzender Josef Lehnrieder hieß alle Mitgliedervertreter und Gäste herzlich willkommen. Sein besonderer Gruß galt unter anderem dem GVB-Regionaldirektor Franz Penker, dem stellvertretenden Filialleiter Direktor Schneitl der Deutschen Bundesbank, Filiale Regensburg, Hauptrevisor Anton Oßner und dem stellvertretenden Landrat Werner Bumeder. Er brachte seine Freude über den zahlreichen Besuch zum Ausdruck und begrüßte Mandatsträger aus Wirtschaft und Politik, der Verbundunternehmen sowie die Vertreter der benachbarten und befreundeten Genossenschaftsbanken. Als Hausherr konnte er den Bürgermeister Josef Pellkofer willkommen heißen.

Dipl.-Ing. Josef Lehnrieder eröffnete die Vertreterversammlung und bat den Vorsitzenden des Vorstandes, Herrn Direktor Michael Beham, den Bericht über das Geschäftsjahr 2014 offen zu legen.

Direktor Beham dankte zu Beginn seiner Ausführungen den Vertretern für Ihren Besuch, ihre Verbundenheit, Treue und Ihre Bereitschaft dieses Amt auszuüben. Dann ging er auf die Regulierungen auf dem Bankensektor ein, bei denen die europäischen Institutionen auch 2014 die Taktgeber waren.

Die Bruttozinsspanne ist im Geschäftsjahr erneut gesunken und angesichts der dauerhaft expansiven EZB-Geldpolitik ist auch in den kommenden Jahren mit einem weiteren und vor allem nicht unerheblichen Rückgang der Zinsspanne zu rechnen. Gleichzeitig machen die zunehmenden Regulierungsvorgaben auf der Kostenseite zu schaffen. Denn die Umsetzung der Vorgaben ist personal- und damit kostenintensiv. Die Volksbank- Raiffeisenbank Dingolfing eG erwartet deshalb, dass die regulierungsbedingten Kosten für ihr Institut im Jahr 2015 und darüber hinaus weiter steigen werden.

„Ungeachtet des herausfordernden Umfelds ist klar: Die Geschäftsstelle ist nach wie vor wichtig für uns. Jedoch stellen wir laufend einen immer stärkeren Rückgang der Filial-besucher fest. Viele unserer Kunden nutzen den Service der Onlinebank und tätigen Ihre Bankgeschäfte mittels PC, Smartphone oder Tablet. Dabei spielt es mittlerweile keine Rolle ob der Kunde zuhause vor dem Rechner sitzt oder irgendwo in der Welt unterwegs ist, er hat zu jeder Tages- und Nachtzeit Zugriff  auf seine Konten. Was diese ganze Technik jedoch nicht vermag, dass ist und bleibt die persönliche Beratung. Der direkte Ansprechpartner ist besonders bei wichtigen Finanzentscheidungen gefragt.  Die persönlichen, langjährigen Beziehungen der Bankmitarbeiter zu ihren Kunden sind das große Plus der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG. Aus diesem Grund werden wir unser Filialsystem stetig weiterentwickeln müssen, um auf die geänderten Kundenbedürfnisse eingehen zu können. Hierbei hilft uns eine fundierte Standort- und Kundenanalyse. Wir werden betriebswirtschaft-lich alles tun, um unseren Firmen- und Privatkunden weiterhin unser gesamtes Dienst-leistungsspektrum anbieten zu können. Haben Sie aber bitte Verständnis, wenn sich die Öffnungszeiten der Bankfilialen den aktuellen Anforderungen und Begebenheiten anpassen. Einschränkungen bei den Öffnungszeiten bedeutet aber keinesfalls, dass unsere Berater zu diesen Zeiten nicht im Büro sind.  Sie können jederzeit gerne außerhalb dieser Öffnungs-zeiten mit Ihrem Berater oder Spezialisten einen persönlichen Gesprächstermin verein-baren“ betonte Michael Beham.

 „Wir haben unseren satzungsgemäßen Auftrag - die wirtschaftliche Förderung und Betreuung der Mitglieder - stets ernst genommen und erfüllt. Die Ertragslage ist im Berichtsjahr als gut zu bezeichnen. Das Betriebsergebnis erlaubt es wieder, ausreichend bemessene Mittel für die Risikovorsorge bereitzustellen, erforderliche Abschreibungen vorzunehmen, die Rücklagen weiter aufzustocken und eine angemessene Dividende an unsere Mitglieder auszuschütten“, so Vorstandsvorsitzender Michael Beham.

Die Bilanzsumme beträgt zum Jahresende 2014 rund 389 Mio. Euro. Das bedeutet gegenüber dem Vorjahr eine Steigerung um 25,8 Mio. EUR oder 7,1 %. Damit lag die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG deutlich über dem Durchschnitt der Bayerischen Genossenschaftsbanken. Im Berichtsjahr war die Zahlungsbereitschaft der Bank jederzeit gewährleistet. Die liquiden Mittel (Barreserve, Bankguthaben und Wertpapiere) betrugen am Jahresende rund 150 Mio. Euro. Die täglich fälligen Verbindlichkeiten gegenüber Kunden sind durch die flüssigen Mittel mit 89 % gedeckt. Die vom Bundesaufsichtsamt für Finanzdienstleistungen aufgestellten Grundsätze nach § 10 und § 11 des Kreditwesen-gesetzes bezüglich Eigenkapital und Liquidität wurden im Geschäftsjahr immer eingehalten. Als vorgeschriebene Mindestreserve hat die Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG im Jahresdurchschnitt rund 2,2 Millionen Euro bei der Deutschen Bundesbank unterhalten. Die eigenen Wertpapieranlagen haben insgesamt einen Anteil von 25,9 % an der Bilanzsumme. Der Wertpapierbestand wurde nach dem strengen Niederstwertprinzip bewertet. Im Geschäftsjahr war die Entwicklung des Kreditgeschäfts stark steigend. Die Bank konnte das gesamte Kreditvolumen um rund 6 Mio. Euro, auf rund 222,8 Mio. Euro ausweiten.  

„Mit gutem Erfolg haben auch wir damit wieder für die optimale Kreditversorgung der heimischen Wirtschaft gesorgt und unsere individuelle, auf bestmögliche Finanzierung ausgerichtete Beratung unter Beweis gestellt. Wir stehen hinter dem Mittelstand als ortsansässiger Partner“, betonte der Vorstandsvorsitzende.

Die Ertragslage ist als gut zu bezeichnen. Wenngleich bereits heute zu erwähnen ist, dass die Prognose für das Jahr 2015 eher verhalten ausfallen muss. Nach der Ergebnisvorschau-rechnung für 2015 wird sich die Ertragslage unter dem Niveau von 2014 bewegen. Der Zinsüberschuss stieg um 87 TEUR auf 8,7 Mio. Euro. Die Personal- und Verwaltungs-aufwendungen waren trotz konsequenter Bemühungen um Wirtschaftlichkeit, Rationalisierung und Sparmaßnahmen leicht steigend. Diese beliefen sich auf insgesamt 7,1 Mio. Euro.

Für Risiken im Kredit- und Wertpapiergeschäft wurde ausreichend Vorsorge getroffen, um den rechtlichen Anforderungen gerecht zu werden. Die Risikostruktur der Kredite war im Berichtsjahr gut. Nach Vornahme der zulässigen Abschreibungen und Bildung der erforderlichen Rückstellungen verbleibt ein Jahresüberschuss von  627.228,36 Euro.  Unter Berücksichtigung des Gewinnvortrages sowie einer Vorwegzuweisung zu den Rücklagen in Höhe von 250.000,-- Euro erzielte die Bank einen Bilanzgewinn von 379.298,52 Euro. Daraus wird an die Mitglieder eine Dividende von  4,2 % ausgeschüttet werden.

Anschließend erstattete Josef Lehnrieder den Bericht des Aufsichtsrates. Er bestätigte die Ordnungsmäßigkeit des Rechnungswerkes sowie der Gewinn- und Verlustrechnung. Die gesetzlich vorgeschriebenen Prüfungen wurden vom Genossenschaftsverband Bayern durchgeführt und der Bestätigungsvermerk auf dem Jahresabschluss uneingeschränkt erteilt. Die Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand war stets von gegenseitigem Vertrauen und gemeinsamer Verantwortung getragen. Für die erfolgreiche Arbeit in 2014 sprach er dem Vorstand und der gesamten Belegschaft Dank und Anerkennung aus.

Die Abwicklung der Tagesordnungspunkte und Feststellung des Jahresabschlusses 2014, Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates und Beschlussfassung über die Verwendung des Jahresüberschusses übernahm Direktor Michael Beham. Da Vorstand und Aufsichtsrat ihren Aufgaben nach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnung ordnungsgemäß nachgekommen waren, wurden beide einstimmig entlastet.

Gemäß der Satzung schieden dieses Jahr Herr Dr. Hans Hulla und Herr Josef Lehnrieder aus dem Aufsichtsgremium aus. Ebenso schied Herr Dr. Franz Gassner auf eigenen Wunsch aus. Dadurch verkleinert sich das Gremium auf vier Mitglieder. Herr Dr. Hulla ist langjähriges und erfahrenes Mitglieder des Aufsichtsrates, der sich zur Wiederwahl stellte und ohne Gegenstimmen wiedergewählt wurde.

Herr Lehnrieder stand aufgrund der Altersgrenze nicht mehr zur Wahl. Er gehörte seit 1984 dem Aufsichtsgremium an und war seit 1991 sogar dessen Vorsitzender. Vorstandsvorsitzender Michael Beham dankte Josef Lehnrieder auch im Namen aller Aufsichtsräte und Vorstände seiner Amtszeit für sein Engagement, die harmonische und kollegiale Zusammenarbeit und seinen Einsatz, den er jederzeit für die Belange der Volksbank-Raiffeisenbank eingebracht hat. „Bei Entscheidungen hast du immer das Wohl der Kunden, Bank und Mitarbeiter im Auge behalten. Während deiner Ära gab es diverse Wechsel in der Geschäftsleitung, wurden kleine und große Baumaßnahmen durchgeführt, und nicht zuletzt auch die wegweisende Fusion mit der Raiffeisenbank Mittleres Vilstal im Jahr 1993. Du hast mit deiner verständnisvollen Art zur konstruktiven und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Geschäftsleitung maßgeblich beigetragen“ so Beham.

Als neues Aufsichtsratsmitglied wurde Frau Brigitte Friedberger, Steuerberaterin aus Dingolfing vorgeschlagen. Nach einer kurzen Vorstellung von Frau Friedberger wurde sie ohne Gegenstimmen in den Aufsichtsrat gewählt.

Vorstand Josef Wenninger stellte im Anschluss die geplanten Satzungsänderungen vor, die ohne Gegenstimmen beschlossen wurden.

Eine besonders ehrenvolle Aufgabe hatte Herr Regionaldirektor Franz Penker vom Genossenschaftsverband Bayern. Nach einigen kurzen Grußworten verabschiedete er den langjährigen Aufsichtsratsvorsitzenden Josef Lehnrieder, der an vielen bedeutenden Entscheidungen für das Unternehmen maßgeblich beteiligt war. Seine 31-jährige Tätigkeit im Aufsichtsrat zeige das große Vertrauen der Vertreter in seine Tätigkeit, so Penker.

Mit einigen persönlichen Worten dankte Josef Lehnrieder vor allem seiner Frau und seinen beiden Töchtern für das Verständnis, das für die Ausübung seines Amtes nötig war. Ebenso sprach er seinen Dank den Vorständen Michael Beham und Josef Wenninger und seinen Kollegen aus dem Aufsichtsrat,  aber auch den Vertretern die ihn all die Jahre ohne Gegenstimmen in den Aufsichtsrat gewählt haben, aus.

Im Anschluss sprach Bürgermeister Josef Pellkofer das Grußwort der Stadt Dingolfing. Er gratulierte der Volksbank-Raiffeisenbank Dingolfing eG zu dem guten Ergebnis trotz der aktuell schwierigen Situation und betonte die wichtige Rolle der Bank in der heimischen Wirtschaft. Denn die Bank ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Arbeitgeber und Ausbilder. Auch das soziale Engagement der Bank würdigte Herr Pellkofer in seiner Rede ganz besonders.

Der stellvertretende Landrat Werner Bumeder hob bei seinem Grußwort ebenfalls das gute Betriebsergebnis hervor. Er stellte ebenfalls heraus, dass die Bank seit Jahren ein verlässlicher Partner sei, der in der Region nicht mehr wegzudenken sei.

Im letzten Tagesordnungspunkt dankte Aufsichtsrat Dr. Christoph Urban für das große Vertrauen und die Treue der Mitglieder sowie der Kunden und Geschäftsfreunde, die das Dienstleistungsangebot der Bank sehr rege genutzt haben. In diesen sehe er die Grundlage des Erfolges.

Der neue Aufsichtsrat: Dr. Christoph Urban, Dr. Johann Hulla, Brigitte Friedberger und Ludwig Schwinghammer